25
Jun

Ein fantastischer Tag

Sonntagnachmittag, 600 Kilometer nordöstlich von Waterloo in der Empfangshalle des Congress Center Hamburg.

Zunehmend mehr Besucher drängen ins Foyer. Eines der Fantasy-Großereignisse des Jahres steht an. Ein prominenter Autor aus den USA macht auf der Durchreise nach Schweden einen Zwischenstopp in Hamburg. Erinnert er sich noch an mich? Vor Jahren, als der Weltruhm noch nicht gekommen war, haben wir einmal zwei Stunden auf der Spiele-Messe in Essen geplaudert. Über Ritter, Rüstungen, deutsche Burgen und die Wappen auf den Kirchenfenstern des Kölner Doms. Wappen wie der Wolfskopf und der Löwe spielen in seinen Büchern eine große Rolle. Erraten wer es ist?

Ich werde zu einem kurzen Treffen hinter der Bühne abgeholt und habe mit etwa zwanzig anderen ein wenig Zeit, ein paar Worte mit G. R. R. Martin zu wechseln. Er erinnert sich … Oder tut zumindest sehr überzeugend so. Wir plaudern über Zinnfiguren, die alten Elastolin-Figuren der Prinz-Eisenherz-Serie, Schätze aus seiner Kindheit, und ich gehe stolz mit einem signierten Buch. Dann kommt die Lesung im bis auf den letzten Platz ausverkauften, großen Saal. Einem sehr persönlichen Interview mit Denis Scheck, über George Martins Jugend und Träume, folgt eine Überraschung. Der Autor wechselt mit einem Stapel Manuskriptseiten vom bequemen Sessel zum Lesepult und liest ein Kapitel aus dem 6. Band von Das Lied von Eis und Feuer, der erst in einem Jahr erscheinen wird. Es ging um Dorne, sowie um Intrigen und Verflechtungen mit dem Haus Targaryen. Mehr wird hier nicht verraten …