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1. Was ist der Hintergrund, warum haben Sie angefangen, Geschichten zu schreiben, was war Ihre Inspiration, Autor zu werden, was waren die ersten Werke?
Tja, wie hat es angefangen? So ganz genau lässt sich das gar nicht sagen. Eigentlich schon als kleines Kind.
Man konnte mir gar nicht genug Geschichten vorlesen oder erzählen. Sobald ich lesen konnte, habe ich ein Buch nach dem anderen verschlungen. Als Oberstufenschüler habe ich für eine Schülerzeitschrift und bald danach als freier Mitarbeiter für eine große Tageszeitung geschrieben.
Zu dieser Zeit begann ich auch mit Fantasy-Rollenspielen. Während des Studiums ergab sich die Möglichkeit, für ein Lokalradio und einige Male auch für den WDR und den Deutschlandfunk als Hörfunkjournalist zu arbeiten.
Alles in allem habe ich über 10 Jahre als Journalist gearbeitet. Dann ergab sich die Gelegenheit, Fantasy- Rollenspielabenteuer für „Das Schwarze Auge“ zu schreiben und später bekam ich mit Hilfe von Wolfgang Hohlbein die Chance, daraus Romane zu machen.
Als es die ersten unabhängigen Angebote für Erzählungen und Romane gab, habe ich begonnen, mich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren.
2. Haben Sie von Zeit zu Zeit auch persönlichen Kontakt zu Wolfgang Hohlbein?
Wolfgang Hohlbein habe ich bei einem Interview für ein Fantasy-Magazin kennengelernt. Daraus entwickelte sich bald eine intensive Freundschaft, die bis heute hält. Wir sehen uns also häufig, soweit man das bei viel beschäftigten Schriftstellern sagen kann..
3. Wer ist eigentlich Xern? Zu welcher Rasse gehört er?
Xern ist ein Waldgeist von großer Macht. Er gehört keiner Rasse an, sondern steht als Geschöpf für sich allein. Inspiriert ist er durch einen keltischen Waldgott. Nach Meister Alvias Tod tritt er gelegentlich als Berater Emerelles auf.
4. Wie kommt ein Roman zustande: Wie haben Sie mit der Geschichte angefangen? Gab es erst die Welt(en)
(vielleicht auch schon mit ihren Völkern und Gesellschaften) oder erst eine Grundidee für die Handlung?
Und wie ging es dann weiter? Also wie wird aus solchen "Bausteinen" eine lebendige Welt?
Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Ich wenigstens muss zu Beginn über beides klare Vorstellungen haben, sowohl über die Welten als auch über einen stimmigen Plot.
Dabei kann es Extreme geben. Bei der Gezeitenwelt etwa ist in gründlichster Recherche zuerst eine sehr differenzierte Welt entworfen worden. (Wahrscheinlich ist dies die einzige Fantasywelt, zu der es sogar Karten über Hoch- und Tiefdruckgebiete gibt.)
Die Handlungsideen entsprangen dann einem Katastrophenszenario.
Bei der Konzeption der Elfenwelt war eine der wesentlichen Grundideen eine statische Gesellschaft, in der es kaum Veränderungen gibt, einer sehr dynamischen Gesellschaft gegenüberzustellen.
Daraus entwickelt sich als Plot, dass eine Gesellschaft, die sich kaum mehr verändern kann, dem Untergang geweiht ist. Doch das ist nur eine von mehreren Hauptlinien.
5. Haben Sie schon bei "Die Elfen" daran gedacht, die Zeitlücken mit den Folgebänden zu füllen
und somit schon die Grundsteine im ersten Band gelegt, oder sind die Nachfolger durch den großen Erfolg entstanden?
Beides ist richtig. Es gab am Anfang schon die Idee, bei entsprechendem Erfolg die Zeitlücken mit eigenen Geschichten auszufüllen. Aber ob dieser Erfolg eintreten würde, war ungewiss.
Deshalb habe ich versucht, die Leerstellen so anzulegen, dass sie den Leser dazu anregen, sich eigene Geschichten auszudenken und nach der Lektüre noch weiter über der Geschichte zu brüten.
6. Was inspiriert Sie oder woher nehmen Sie die Ideen für die Namen von Personen, Landschaften usw., insbesondere bei den Elfenromanen?
Das ist ein Kapitel für sich. Es werden ja die meisten gemerkt haben, dass in den Elfenromanen die Namen der Fjordländer an den Namensbildungen der nordeuropäischen Länder und die der Tjuredanhänger vielfach an französischen Namen orientiert sind.
Solche Variationen gelingen aber überhaupt nicht bei den Völkern Albenmarks. Da ist Einfallsreichtum gefragt,
und ich gestehe gerne, dass nicht selten die endgültigen Entscheidungen für Namen erst getroffen werden, nachdem ursprünglich andere Versionen zugunsten besserer verworfen worden sind.
7. Wird es in irgend einem der folgenden Bände eine komplette Karte der Menschenwelt und von Albmark geben?
Das ist sogar sehr konkret in der Planung. Wenn alles klappt, werden diese Karten Beigaben von Elfenlied werden.
8. In "Die Elfen" erfährt man, dass Mandred dailisch (die Sprache der Kentauren) sprechen kann und auch,
dass es elfisch gibt. Dann werden alle Völker mehr oder weniger ihre eigene Sprache haben.
Gibt es dann auch so etwas wie eine Amtssprache, damit sich alle Völker untereinander unterhalten können?
Es gibt in Albenmark keine regelrechte Amtssprache, dafür aber dominierende Sprachen. Wer sich durchsetzen will, muss daher wenigstens die Sprachen der beiden wichtigsten Völker können, der Elfen und der Trolle.
In der Menschenwelt ist das anders. Mit der Ausdehnung der Tjuredkirche wird die Sprache Fargons quasi zur Weltsprache. Wer immer Macht und Einfluss sucht, ist gezwungen, diese Sprache zu erlernen.
9. Wie lange brauchen Sie, um ein ca. 1000 Seiten umfassendes Buch zu schreiben?
Ganz genau kann ich diese Frage nicht beantworten. Im Durchschnitt kann von einem Jahr ausgegangen werden, wobei rund ein Viertel für Planung und Konzipierung zu veranschlagen ist und der Rest für das eigentliche Schreiben, Korrigieren und Lektorieren.
Wenn es gut klappt und wenig Störungen aufhalten, schaffe ich in der Schreibphase etwa fünf Seiten täglich.
10. Planen Sie bereits für die Zukunft etwas, was nichts mit Elfen zu tun hat?
(Auch wenn ich natürlich absolut nichts gegen weitere Geschichten rund um diese Serie hätte.)
In meinem Kopf existieren bereits einige fertige Romane, z.B. ein ganz aktueller Action-Thriller, dann ein Familienroman, der im 20. Jahrhundert über mehrere Generationen spielt und die Nazizeit sowie die Nachkriegszeit thematisiert, sowie ein Fantasyprojekt, das es in dieser Form noch nicht gibt, weshalb ich darüber auch nicht viel verraten möchte.
Auch ein historisches Thema aus der Zeit der Kreuzzüge reizt mich sehr, aber auch darauf möchte ich nicht näher eingehen, weil es sich um eine der wenigen großen Geschichten dieser Epoche handelt, die noch nicht in einem Roman aufgearbeitet wurden.
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